Zero Trust: Definieren Sie die Netzwerksicherheit neu 

Bei Zero Trust handelt es sich um ein Modell, das als wegweisender Ansatz für die Netzwerksicherheit angesehen wird. 

Anders als traditionelle Sicherheitsmodelle, die auf Vertrauen in das interne Netzwerk basieren, setzt Zero Trust – wie es der Begriff schon vermuten lässt – auf Misstrauen als Grundprinzip. 

Diese präzise Strategie erfordert eine kontinuierliche Überwachung, strikte Zugriffskontrolle und Micro-Segmentation, um potenzielle Angriffe auf ein Minimum zu beschränken. 

Wie dies konkret funktioniert und sich auch mit anderen digitalen Anwendungen, hier als Beispiel Konfuzio genannt, auswirkt, erfahren Sie in diesem Blogartikel.

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Was ist das Zero Trust Modell?

Das Zero-Trust-Modell ist ein Sicherheitsansatz, der nach dem Grundsatz „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ handelt.

Anders als traditionelle Modelle, die auf einem Vertrauen in das interne Netzwerk basieren, geht Zero Trust davon aus, dass keine Netzwerkumgebung sicher ist. 

In diesem Modell wird jeder Benutzer, jedes Gerät und jeder Datenverkehr als potenziell unsicher betrachtet. Daneben werden Geräte einschließlich Endpunkten und IOT-Geräten genau identifiziert. Verschiedene Audit- und Compliance-Tools (z. B. Nessus oder Qualys Compliance) sorgen dabei für eine lückenlose Überwachung und Dokumentation der Sicherheitspraktiken.

Zero Trust basiert auf der Idee, dass die Sicherheit auf Micro-Segmentation, Least-Privilege-Prinzipien und kontinuierlicher Echtzeit-Erkennung von Bedrohungen aufbauen sollte, um ein höheres Maß an Schutz vor Cyberbedrohungen zu gewährleisten.

NIST-Konformität 

Das NIST Special Publication 800-207 bietet Leitlinien und Empfehlungen für die Implementierung von Zero Trust in Organisationen. 

Zero Trust muss NIST-konform sein, weil das National Institute of Standards and Technology (NIST) Sicherheitsrichtlinien und -standards festlegt, die als bewährte Praktiken in der Informationssicherheit anerkannt sind. 

NIST bietet mit dem Framework for Improving Critical Infrastructure Cybersecurity (NIST Cybersecurity Framework) eine anerkannte Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung von Cybersecurity-Strategien. 

Die Konformität gewährleistet, dass Zero Trust-Lösungen den anerkannten Industriestandards entsprechen, was die Effektivität und Vertrauenswürdigkeit der Sicherheitsmaßnahmen stärkt und die Interoperabilität mit anderen Systemen erleichtert.

Wollen Sie sich mit dem Zero Trust Modell in der Tiefe ausführlich auseinandersetzen, empfehlen wir Ihnen das Positionspapier Zero Trust 2023 vom BSI.

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Gründe für das Zero Trust Modell

Es gibt mehrere Gründe für die Nutzung des Zero-Trust-Modells im Vergleich zu herkömmlichen Sicherheitsmodellen:

Schutz vor Insider-Bedrohungen

Zero Trust geht davon aus, dass nicht nur externe Akteure, sondern auch interne Benutzer und Geräte potenzielle Sicherheitsrisiken darstellen. 

Das Modell minimiert das Risiko von Insider-Bedrohungen durch konsequente Authentifizierung und Überprüfung.

Veränderung der Bedrohungslandschaft

In einer zunehmend vernetzten und digitalen Welt hat sich die Bedrohungslandschaft stark verändert. 

Zero Trust erkennt an, dass traditionelle Netzwerkperimeter nicht mehr ausreichen, um vor raffinierten Angriffen zu schützen.

Mobilität und Cloud-Nutzung

Mit der zunehmenden Mobilität von Benutzern und der verstärkten Nutzung von Cloud-Services wird das herkömmliche Sicherheitsmodell, das auf einem festen Netzwerkperimeter basiert, immer unzureichender. 

Zero Trust ermöglicht eine flexible Sicherheitsstruktur, die sich an die dynamischen Anforderungen moderner Arbeitsumgebungen anpassen kann.

Datenschutz und Compliance

Zero Trust unterstützt Organisationen dabei, Datenschutzstandards und Compliance-Anforderungen zu erfüllen, indem es sicherstellt, dass der Zugriff auf sensible Daten auf das notwendige Minimum beschränkt ist und streng überwacht wird.

Eindämmung von Angriffen

Im Falle eines erfolgreichen Angriffs begrenzt das Zero-Trust-Modell die Ausbreitung von Bedrohungen, da jeder Zugriff auf Ressourcen auf eine strikte Notwendigkeitsbasis reduziert ist. Dies erleichtert die Eindämmung und Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.

Abgrenzung zu herkömmlichen Sicherheitsmodellen

Perimeterorientierte Sicherheit:

  • Traditionelle Sicherheitsmodelle setzen stark auf die Absicherung eines festen Netzwerkperimeters. 
  • Zero Trust dagegen nimmt an, dass der Perimeter bereits kompromittiert sein könnte, und setzt auf eine granulare Kontrolle innerhalb des Netzwerks.

Vertrauensbasierte Zugriffskontrolle:

  • Herkömmliche Modelle verlassen sich oft auf eine vertrauensbasierte Zugriffskontrolle, bei der einmal authentifizierte Benutzer freien Zugang zu bestimmten Netzwerkressourcen haben. 
  • Zero Trust hingegen erfordert eine kontinuierliche Überprüfung und Autorisierung, unabhängig von der vorherigen Authentifizierung.

Eingeschränkte Mobilität:

  • Herkömmliche Modelle sind oft weniger flexibel in Bezug auf die Mobilität von Benutzern und Geräten.
  • Zero Trust passt sich besser an die modernen Anforderungen der mobilen Arbeitsumgebungen an.

Insgesamt bietet das Zero-Trust-Modell eine proaktive und adaptive Sicherheitsstrategie, die besser auf die Herausforderungen der heutigen komplexen Bedrohungslandschaft und sich verändernden Arbeitsweisen zugeschnitten ist.

So funktioniert Zero Trust

Zero Trust setzt auf Verschlüsselung und Datenschutz, Identitäts- und Zugriffsmanagement und die Bedrohungserkennung und -antwort (Threat Detection & Response.

Diese Schlüsselelemente charakterisieren die Funktionsweise von Zero Trust:

  1. Die Annahme von Misstrauen: 

    Jeder Benutzer, jedes Gerät und jeder Datenverkehr wird als potenzielles Sicherheitsrisiko betrachtet. Es gibt keine implizite Vertrauensstellung, selbst wenn ein Gerät innerhalb des Netzwerks zu sein scheint.

  2. Kontinuierliche Authentifizierung:

    Im Zero-Trust-Modell wird die Identität von Benutzern und Geräten kontinuierlich überprüft, nicht nur bei der Anmeldung. Dies umfasst oft die Verwendung von Multifaktor-Authentifizierung (MFA) und anderen Authentifizierungsfaktoren.

  3. Least-Privilege-Prinzip:

    Benutzer und Geräte erhalten nur die minimal notwendigen Zugriffsrechte, um ihre spezifischen Aufgaben zu erfüllen. Es wird vermieden, übermäßige Berechtigungen zu gewähren, selbst wenn ein Benutzer authentifiziert ist.

  4. Micro-Segmentation:

    Das Netzwerk wird in kleinere Segmente unterteilt, wodurch der Datenverkehr zwischen den Segmenten stark eingeschränkt ist. Dadurch begrenzt sich wiederum die Ausbreitung von Angriffen, da ein erfolgreicher Eindringling nicht automatisch auf das gesamte Netzwerk zugreifen kann.

  5. Transparenz und Überwachung:

    Kontinuierliche Überwachung und Analyse des Netzwerkverkehrs, der Benutzeraktivitäten und der Systemintegrität sind entscheidend. Verdächtige Aktivitäten können schnell erkannt und darauf reagiert werden.

  6. Datenverschlüsselung:

    Um die Sicherheit von Daten zu gewährleisten, wird in Zero Trust oft auf Verschlüsselungstechnologien, z. B. Transport Layer Security (TLS) oder IPsec (Internet Protocol Security) aber auch die Ende-zu-Ende Verschlüsselung zurückgegriffen. Dies gilt sowohl für die Datenübertragung als auch für die Speicherung von sensiblen Informationen.

  7. Sichere Anwendungszugriffe:

    Der Zugriff auf Anwendungen erfolgt auf sichere Weise, und es werden Technologien wie VPNs (Virtual Private Networks) oder sichere Web-Gateways verwendet, um den Datenverkehr zu schützen.

  8. Dynamische Anpassung an Änderungen:

    Zero Trust ist darauf ausgelegt, sich dynamisch an Änderungen in der Netzwerktopologie, der Benutzeraktivität und der Bedrohungslandschaft anzupassen. Es ist keine starre Sicherheitsstruktur, sondern eine anpassungsfähige und proaktive Sicherheitsstrategie.

Indem Zero Trust diese Prinzipien integriert, schafft es eine Sicherheitsarchitektur, die auf Echtzeit-Erkennung von Bedrohung fokussiert ist und gleichzeitig eine effektive und flexible Verteidigung gegen eine Vielzahl von Cyberbedrohungen bietet.

Die Bedeutung des Kontextes

Der Kontext hat im Zero-Trust-Modell eine entscheidende Bedeutung, da dieses Sicherheitskonzept auf dem Prinzip basiert, dass die Sicherheit von Ressourcen und Daten stark von den aktuellen Umständen und der spezifischen Situation abhängt. 

Der Kontext bezieht sich dabei auf verschiedene Faktoren und Aspekte, die berücksichtigt werden, um zu entscheiden, ob der Zugriff auf bestimmte Ressourcen erlaubt oder eingeschränkt wird. Hier sind einige Aspekte des Kontexts im Zero-Trust-Modell:

  • Benutzerkontext: Informationen über den Benutzer, seine Rolle, sein Gerät, seine Standortdaten und andere relevante Parameter werden berücksichtigt. Beispielsweise kann ein Benutzer, der sich außerhalb des Unternehmensnetzwerks befindet, strengere Authentifizierungsanforderungen haben.
  • Gerätekontext: Der Kontext des Geräts, von dem aus auf das Netzwerk zugegriffen wird, ist wichtig. Dies umfasst den Sicherheitsstatus des Geräts, seine Integrität und Compliance mit Sicherheitsrichtlinien.
  • Netzwerkkontext: Informationen über das Netzwerk, über das die Verbindung hergestellt wird, werden berücksichtigt. Dies könnte beispielsweise bedeuten, dass der Zugriff von einem öffentlichen WLAN-Netzwerk aus strenger kontrolliert wird als von einem firmeninternen Netzwerk.
  • Zeitkontext: Der Zeitpunkt und die Dauer des Zugriffs sind relevant. Es ist möglich, dass zu bestimmten Zeiten oder für bestimmte Aktivitäten zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich sind.
  • Verhalten und Aktivitäten: Der Kontext umfasst auch das Verhalten und die Aktivitäten des Benutzers sowie mögliche Anomalien im Datenverkehr. Abweichungen vom üblichen Verhalten können auf Sicherheitsvorfälle hinweisen.
  • Datenkontext: Informationen über die Art der Daten, auf die zugegriffen wird, und ihre Sensitivität sind ebenfalls relevant. Dies kann die Entscheidung beeinflussen, ob der Zugriff erlaubt wird oder nicht.

Integrationsmodell

Das Integrationsmodell für Zero Trust-Prinzipien in Bestandsumgebungen besteht aus fünf Säulen, die auf dem „Zero Trust Maturity Model“ der Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) aufbauen. 

Jede Säule beinhaltet Funktionen, die bei der Integration von Zero Trust-Prinzipien berücksichtigt werden sollten. 

Die querschnittlichen Funktionen „Detektion & Reaktion“ und „Anforderungen an VS“ spielen dabei eine zentrale Rolle.

Die Säulen des Integrationsmodells sind „Identität“, „Gerät“, „Netz“, „Anwendung“ und „Anforderungen an VS“. 

Innerhalb jeder Säule werden die Zero Trust-Prinzipien in drei Reifegraden betrachtet: Klassisch (KL)Fortschrittlich (FO) und Ideal (ID). Diese Reifegrade beschreiben den Umsetzungsgrad der Zero Trust-Prinzipien in Bestandsumgebungen.:

  • Klassisch (KL): In dieser Stufe erfolgen manuelle Konfigurationen und Zuweisungen von Attributen auf Basis statischer Sicherheitsrichtlinien. Es gibt ein zentrales Identitätsmanagement, das jedoch nicht für alle Identitäten genutzt wird. Die Sichtbarkeit in der Infrastruktur ist teilweise vorhanden, und Incident Response-Prozesse sind größtenteils manuell.
  • Fortschrittlich (FO): Hier gibt es einige säulenübergreifende Koordinationen, zentrale Sichtbarkeit und ein zentrales Identitätsmanagement. Sicherheitsrichtlinien werden säulenübergreifend durchgesetzt, und es gibt Fortschritte in der Identifizierung und Authentifizierung von Entitäten. Incident Response-Prozesse werden teilweise automatisiert.
  • Ideal (ID): Die höchste Stufe ist durch vollständig automatisierte Zuweisung von Attributen, dynamische Sicherheitsrichtlinien, säulenübergreifende Kompatibilität und geringste Rechte im Zugriff auf Assets gekennzeichnet. Die Identifizierung und Authentifizierung von Entitäten erfolgt auf einem durchgängig hohen Sicherheitsniveau und ist unabhängig von statischen Faktoren oder dem Netz. Zertifizierung und Nachweise verbessern das Vertrauen in die Identifizierungskomponenten.

Die schrittweise Integration ermöglicht eine bedarfsgerechte Planung von Ressourcen. 

Die fünf Säulen können unabhängig voneinander entwickelt werden, wobei auf Überschneidungen und Abhängigkeiten geachtet werden muss. 

Voraussetzungen für die Umsetzung des Integrationsmodells sind die Identifikation und Priorisierung zentraler Geschäftsprozesse, die Identifikation aller involvierten Parteien und Ressourcen, die Formulierung von Sicherheitsrichtlinien und eine umfassende Markterkundung nach geeigneten Produkten.

Bewertung der Zero Trust Architecture (ZTA)

Im Folgenden werden verschiedene Aspekte des Zero Trust-Ansatzes ausführlich bewertet:

1. Prinzip der Misstrauensgrundlage

  • Vorteile: Die ZTA bricht mit der Annahme, dass sich im internen Netzwerk alles vertrauenswürdig verhält. Dies erhöht die Sicherheit, da kein Bereich oder Nutzer standardmäßig als vertrauenswürdig betrachtet wird.
  • Herausforderungen: Die Umsetzung erfordert eine gründliche Überprüfung und Anpassung bestehender Architekturen, was Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen kann.
  • Beispiel: Ein Mitarbeiter, der bisher als vertrauenswürdig galt, wechselt zu einer anderen Abteilung. Im traditionellen Modell hätte er weiterhin weitreichenden Netzwerkzugriff. Im ZTA-Modell wird jedoch der Zugriff basierend auf den aktuellen Anforderungen seiner neuen Position neu bewertet, und es werden nur die notwendigen Berechtigungen gewährt.

2. Dynamische Zugriffsentscheidungen

  • Vorteile: Der Ansatz ermöglicht eine fein abgestufte, kontextspezifische Zugriffskontrolle, die sich an den aktuellen Anforderungen und Bedingungen orientiert.
  • Herausforderungen: Die Dynamik erfordert fortschrittliche Technologien und Ressourcen, um Zugriffsentscheidungen in Echtzeit zu treffen, was besonders in komplexen Umgebungen anspruchsvoll sein kann.
  • Beispiel: Ein externer Auftragnehmer möchte auf sensible Daten zugreifen. Im ZTA wird nicht nur seine Identität überprüft, sondern auch der Kontext, wie z.B. der Ort des Zugriffs und die Uhrzeit. Selbst wenn der Auftragnehmer zuvor genehmigten Zugriff hatte, könnte dieser aufgrund von veränderten Kontextbedingungen eingeschränkt werden.

3. Echtzeitfähige Informationsquellen

  • Vorteile: Die Integration von Echtzeitinformationen, wie im „Shared Signal“ Framework skizziert, ermöglicht eine unmittelbare Reaktion auf sicherheitsrelevante Events.
  • Herausforderungen: Die Implementierung erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen IT-Infrastrukturkomponenten und die Nutzung standardisierter Formate für den Event-Austausch.
  • Beispiel: Ein Benutzerkonto wird aufgrund von verdächtigem Verhalten sofort deaktiviert, nachdem ein Angriff erkannt wurde. Im ZTA-Modell wird diese Echtzeitinformation genutzt, um den Zugriff sofort zu blockieren und nicht erst bei der nächsten regulären Evaluierung.

4. Zentraler Verwaltungspunkt (PDP)

  • Vorteile: Ein zentraler Punkt zur Verwaltung von Zugriffsbedingungen bietet eine effiziente Kontrolle über verschiedene Zugriffsszenarien.
  • Herausforderungen: Die Implementierung eines PDP kann in großen Organisationen komplex sein und erfordert klare Definitionen der Zugriffsrichtlinien.
  • Beispiel: Ein Unternehmen implementiert einen zentralen PDP, der Zugriffsrichtlinien für verschiedene Anwendungen definiert. Wenn ein Mitarbeiter seine Position ändert, werden die Zugriffsrechte automatisch aktualisiert, ohne dass in jeder Anwendung individuelle Anpassungen vorgenommen werden müssen.

5. Herausforderungen und Komplexität

  • Vorteile: ZTA begegnet den wachsenden Herausforderungen von Cyberbedrohungen und Datenschutzanforderungen durch eine proaktive Sicherheitsstrategie.
  • Herausforderungen: Die Komplexität der Implementierung, insbesondere in großen und bereits bestehenden IT-Infrastrukturen, kann zu Herausforderungen bei der Integration und Pflege führen.
  • Beispiel: Eine Organisation migriert zur ZTA und stößt auf Schwierigkeiten bei der Integration von Legacy-Systemen. Die Anpassung erfordert Zeit und Ressourcen, um sicherzustellen, dass alle Systeme den neuen Sicherheitsstandards entsprechen.

6. Teileinführungen und Standardisierung

  • Vorteile: Eine schrittweise Einführung erlaubt es Organisationen, Erfahrungen zu sammeln, ohne sofort ihre gesamte IT-Struktur umzustellen.
  • Herausforderungen: Die Gefahr von uneinheitlichen Implementierungen und mangelnder Standardisierung könnte langfristig zu Ineffizienzen führen.
  • Beispiel: Ein Unternehmen führt ZTA schrittweise ein, beginnend mit kritischen Systemen. Dies ermöglicht Erfahrungen zu sammeln und Prozesse zu optimieren, birgt jedoch das Risiko, dass unterschiedliche Teams unterschiedliche Implementierungen wählen, was langfristig zu Ineffizienzen führen könnte.

Fragen zum Thema Zero Trust

Zur Anwendung von Zero Trust im Unternehmenskontext gibt es einige offene, individuelle Fragen. Die Wichtigsten haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Warum sollte man Zero Trust einsetzen?

Die heutige komplexe Bedrohungslandschaft erfordert ein neues Sicherheitsparadigma.
Indem Zero Trust den Zugang auf das Prinzip „Need-to-Know“ beschränkt und eine strikte Überwachung implementiert, minimiert Zero Trust das Risiko von Insider-Bedrohungen und externen Angriffen.

Warum ist Zero-Trust-Sicherheit so wichtig?

Zero-Trust-Sicherheit ist wichtig, weil traditionelle Sicherheitsmodelle nicht mehr den Anforderungen der heutigen dynamischen und dezentralen Geschäftsumgebungen entsprechen. 
Mit der zunehmenden Verlagerung von Ressourcen in die Cloud und der verstärkten Nutzung mobiler Geräte ist ein neues Sicherheitsparadigma erforderlich. 
Zero Trust ermöglicht eine feingranulare Zugriffskontrolle, reduziert das Angriffsrisiko und minimiert die Auswirkungen von Sicherheitsverletzungen, indem es davon ausgeht, dass Bedrohungen überall existieren können.

Wie unterscheidet sich ZTNA von Software-Defined Perimeter (SDP)?

Zero Trust Network Access (ZTNA) ist ein umfassenderer Ansatz als Software-Defined Perimeter (SDP). Während SDP auf die Einführung von individuellen Netzwerkrändern setzt, um den Zugang zu begrenzen, bietet ZTNA eine dynamischere und kontextbezogene Zugriffskontrolle, basierend auf Benutzeridentität, Gerätestatus und anderen relevanten Faktoren.

Warum ist ZTNA von Bedeutung?

ZTNA ist bedeutend, da herkömmliche Sicherheitsmodelle, insbesondere VPNs, Schwächen bei der Absicherung von Netzwerken offenbaren. ZTNA verbessert die Sicherheit durch die Implementierung von strikter Authentifizierung und Zugriffskontrolle, was besonders relevant ist, da Unternehmen vermehrt dezentral arbeiten und der Schutz vor Cyberbedrohungen entscheidend ist.

Wie funktioniert ZTNA?

ZTNA funktioniert, indem es den Zugriff auf Anwendungen und Ressourcen anhand mehrerer Faktoren überprüft, darunter Benutzeridentität, Gerätetyp und Standort. Es gewährt Zugriff nur nach erfolgreicher Authentifizierung und Prüfung der Compliance. Die dynamische Anpassung an den Kontext verbessert die Sicherheit.

Weitere Fragen zum Thema Zero Trust

Wie unterscheidet sich ZTNA von VPN?

Im Gegensatz zu herkömmlichen VPNs, die oft einen weitreichenden Netzwerkzugriff bieten, beschränkt ZTNA den Zugriff strikt auf die benötigten Ressourcen. ZTNA bietet eine feingranulare Kontrolle und minimiert so das Angriffsrisiko, während VPNs oft weniger differenzierte Zugriffsregelungen haben.

Wie wird ZTNA implementiert?

Die Implementierung von ZTNA beinhaltet die Integration von Lösungen, die eine granulare Zugriffskontrolle basierend auf Benutzeridentität und Geräteinformationen ermöglichen. Das schließt die Evaluierung von Zertifikaten, Multi-Faktor-Authentifizierung und dynamischer Risikobewertung ein.

Wird ZTNA die SASE-Lösung ersetzen?

TNA und Secure Access Service Edge (SASE) sind komplementäre Ansätze. Während ZTNA den sicheren Netzwerkzugriff fokussiert, integriert SASE Sicherheitsfunktionen direkt ins Netzwerk. Sie können synergistisch wirken, aber ZTNA allein wird SASE nicht ersetzen.

Welche Sicherheitsfunktionen fehlen bei ZTNA?

ZTNA kann von einer integrierten Bedrohungsabwehr profitieren, die in SASE-Lösungen zu finden ist. Traditionelle Sicherheitsfunktionen wie Firewall und Malware-Schutz könnten zusätzlich zu ZTNA implementiert werden, um eine umfassendere Sicherheitsstrategie zu gewährleisten.

Wie arbeiten Zero Trust und SASE zusammen?

Zero Trust und SASE können effektiv koexistieren. Zero Trust konzentriert sich auf den sicheren Zugriff, während SASE zusätzliche Sicherheitsfunktionen bietet, die direkt in das Netzwerk integriert sind. Die Kombination ermöglicht eine umfassende Netzwerksicherheit.

Zero Trust Use Cases – So setzen Sie es in der Praxis um

Setzen Sie das Zero Trust Modell um, kann das z. B. folgendermaßen aussehen:

Use Case 1 – Sichere Anwendungszugriffe

Problemstellung:

Ein Unternehmen möchte sicherstellen, dass der Zugriff auf interne Anwendungen von außerhalb des Unternehmensnetzwerks nur von autorisierten Benutzern erfolgt, selbst wenn diese sich auf unsicheren Netzwerken befinden.

Umsetzung mit Zero Trust:

  • Application Proxy und VPN: Implementierung eines Application Proxys oder eines sicheren VPNs, um einen sicheren Zugang zu internen Anwendungen von externen Standorten aus zu ermöglichen. Dabei wird der gesamte Datenverkehr durch eine sichere Verbindung geleitet.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA): Aktivierung von Zwei-Faktor-Authentifizierung, um sicherzustellen, dass nur autorisierte Benutzer, die über zusätzliche Authentifizierungsmethoden verfügen, auf die Anwendungen zugreifen können.
  • Device Health Checks: Überprüfung der Sicherheitsgesundheit der Geräte, die auf die Anwendungen zugreifen wollen. Das Zero Trust-Modell berücksichtigt den Kontext des Geräts und stellt sicher, dass es den Sicherheitsrichtlinien entspricht.
  • Least-Privilege-Zugriff: Implementierung des Least-Privilege-Prinzips, um sicherzustellen, dass Benutzer nur auf diejenigen Anwendungen zugreifen können, die für ihre spezifischen Aufgaben erforderlich sind.

Use Case 2 – Datensicherheit in der Cloud

Problemstellung:

Ein Unternehmen speichert vertrauliche Daten in der Cloud und möchte sicherstellen, dass der Zugriff auf diese Daten nur von autorisierten Benutzern und Geräten erfolgt.

Umsetzung mit Zero Trust:

  • Starke Identitätsverwaltung: Implementierung einer starken Identitätsverwaltung für den Cloud-Zugriff, um sicherzustellen, dass nur authentifizierte Benutzer auf die Cloud-Ressourcen zugreifen können.
  • Verschlüsselung der Daten: Durchgehende Verschlüsselung der gespeicherten und übertragenen Daten, um die Vertraulichkeit der Informationen sicherzustellen, selbst wenn die Cloud-Infrastruktur kompromittiert wird.
  • Kontinuierliche Überwachung: Einrichtung eines Systems für die kontinuierliche Überwachung von Benutzeraktivitäten und Datenzugriffen in der Cloud, um verdächtige Aktivitäten schnell zu erkennen.
  • Policy-basierte Zugriffskontrolle: Implementierung einer policy-basierten Zugriffskontrolle, die sicherstellt, dass Benutzer nur auf diejenigen Daten zugreifen können, für die sie autorisiert sind. Diese Policies können sich basierend auf Benutzerrollen und -kontext dynamisch ändern.

Use Case 3 – Netzwerksicherheit und Micro-Segmentation

Problemstellung:

Ein Unternehmen möchte die Sicherheit seines internen Netzwerks erhöhen und sicherstellen, dass selbst bei einer möglichen Kompromittierung eines Teils des Netzwerks die Ausbreitung von Angriffen begrenzt wird.

Umsetzung mit Zero Trust:

  • Micro-Segmentation: Implementierung von Micro-Segmentation im internen Netzwerk, um es in isolierte Segmente aufzuteilen. Dadurch wird der Datenverkehr zwischen verschiedenen Netzwerksegmenten stark eingeschränkt.
  • Kontextabhängige Zugriffskontrolle: Einführung einer kontextabhängigen Zugriffskontrolle, die basierend auf Benutzeridentität, Gerätestatus und anderen Kontextfaktoren entscheidet, welcher Datenverkehr zwischen den Netzwerksegmenten erlaubt ist.
  • Einführung von Network Firewalls: Implementierung von Netzwerk-Firewalls zwischen den Segmenten, um den Datenverkehr zu überwachen und unerwünschte Kommunikation zu blockieren. Diese Firewalls können dynamisch auf Bedrohungen reagieren.
  • Behavior Analytics und Anomalieerkennung: Integration von Behavior Analytics und Anomalieerkennung, um ungewöhnliche Aktivitäten im Netzwerk zu identifizieren. Dadurch können potenzielle Angriffe frühzeitig erkannt und darauf reagiert werden.
  • Durchsetzung des Least-Privilege-Prinzips: Anwendung des Least-Privilege-Prinzips auf Netzwerkebene, um sicherzustellen, dass Benutzer und Geräte nur auf die Ressourcen zugreifen können, die für ihre spezifischen Aufgaben erforderlich sind.
  • Verschlüsselung des Netzwerkverkehrs: Verschlüsselung des internen Netzwerkverkehrs, um die Vertraulichkeit der übertragenen Daten sicherzustellen, selbst wenn ein Angreifer Zugriff auf Teile des Netzwerks erlangt.

Diese Use Cases zeigen, wie Sie Zero Trust-Prinzipien in der Praxis anwenden können, um die Sicherheit in verschiedenen Szenarien zu erhöhen. Es ist wichtig zu beachten, dass die genaue Umsetzung je nach den spezifischen Anforderungen und Technologien einer Organisation variieren kann.

grüner kasten mit konfuzio logo

Zero Trust in Kombination mit Konfuzio

Unternehmen, welche personenbezogene Daten eigenständig oder im Auftrag erheben, verarbeiten oder nutzen, müssen die notwendigen technischen und organisatorischen Maßnahmen ergreifen, um die Einhaltung der EU-DSGVO-Vorschriften sicherzustellen. Diese Maßnahmen sollten in einem angemessenen Verhältnis zum angestrebten Schutzzweck stehen, und ihre Umsetzung ist nur erforderlich, wenn der Aufwand angemessen ist.

Wollen Sie nun eine Anwendung wie Konfuzio, die das intelligente Dokumentenmanagement übernimmt, erfordert dies eine umfassende Sicherheitsstrategie, um den Zugriff auf kritische Anwendungen und Daten, insbesondere solche, die sensible Informationen verarbeiten, zu schützen. 

Hierbei sind verschiedene Schritte und Überlegungen entscheidend, die auf Basis der technischen und organisatorischen Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO nötig sind.

Identifikation kritischer Anwendungen

Zunächst identifizieren Sie kritische Anwendungen wie Konfuzio, die sensible Daten automatisiert verarbeiten. 

Dieser Schritt entspricht der Notwendigkeit technischer und organisatorischer Maßnahmen gemäß Art. 32 DSGVO, um den Schutzzweck der EU-DSGVO zu gewährleisten.

Micro-Segmentierung für Zugriffskontrolle

Durch die Implementierung von Micro-Segmentierung werden Netzwerke in isolierte Segmente unterteilt, um den Zugriff auf Konfuzio nur autorisierten Benutzern zu gewähren. 

Strikte Zugriffskontrollen und Multi-Faktor-Authentifizierung 

Strikte Zugriffskontrollen und Multi-Faktor-Authentifizierung stellen sicher, dass nur berechtigte Benutzer Zugriff erhalten. Dies umfasst nicht nur die Netzwerkebene, sondern auch die Anwendungsebene.

Logging und Überwachung

Eine detaillierte Logging- und Überwachungsfunktion ermöglicht die Echtzeitüberwachung von Benutzeraktivitäten und die Identifizierung von Anomalien.

Verschlüsselung von Daten

Die Verschlüsselung von Daten während der Übertragung und im Ruhezustand gewährleistet die Vertraulichkeit der verarbeiteten Informationen, was eine Schutzmaßnahme für personenbezogene Daten gemäß Art. 32 DSGVO ist.

Identity and Access Management (IAM) und Endpoint-Security

Integrieren Sie Identity and Access Management (IAM), sodass Benutzer nur die minimal erforderlichen Berechtigungen erhalten. Implementieren Sie Endpoint-Security-Maßnahmen auf den Endpunkten, von denen aus auf Konfuzio zugegriffen wird, um den Prinzipien der Zugriffskontrolle zu entsprechen.

Regelmäßige Sicherheitsbewertungen

Es ist entscheidend, regelmäßige Sicherheitsbewertungen für Konfuzio durchzuführen, um sicherzustellen, dass die Anwendung den aktuellen Sicherheitsstandards entspricht.

Benutzerschulung und Awareness

Die Schulung der Benutzer in Bezug auf Zero Trust-Prinzipien und sichere Nutzung von Konfuzio berücksichtigt auch das menschliche Element in der Sicherheitsstrategie.

Aktualisierung und Anpassung

Die Aktualisierung und Anpassung sowohl von Konfuzio als auch der Zero Trust-Implementierung sind essentiell, um auf sich ändernde Bedrohungen und Anforderungen flexibel reagieren zu können, was den Prinzipien der kontinuierlichen Verbesserung und Anpassung an Art. 32 DSGVO entspricht.

Die angegebenen technischen und organisatorischen Maßnahmen, einschließlich der Verweisung auf Hosting-Unternehmen wie Microsoft Corp. und Telekom Deutschland GmbH, ergänzen und unterstützen die Sicherheitsstrategie im Kontext von Zero Trust und der EU-DSGVO-Anforderungen.

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Zusammenfassend erfordert die Kombination von Zero Trust mit Konfuzio eine ganzheitliche Herangehensweise an die Sicherheit, die die spezifischen Anforderungen und Kontexte der Organisation berücksichtigt.

Fazit – Zero Trust als effektive Sicherheitsmaßnahme

Insgesamt stellt das Zero-Trust-Modell eine entscheidende Entwicklung in der Cybersicherheit dar. 

Durch die konsequente Anwendung von Least-Privilege, Micro-Segmentation und kontextabhängiger Zugriffskontrolle bietet es einen adaptiven und proaktiven Ansatz für den Schutz von Netzwerken und Daten. Die Umsetzung erfordert eine sorgfältige Planung, einschließlich der Integration von Identitätsmanagement, Verschlüsselung und kontinuierlicher Überwachung. 

Zero Trust ermöglicht Ihnen eine effektive Verteidigung gegen eine breite Palette von Bedrohungen, unabhängig von Netzwerkperimetern. 

Organisationen, die auf Zero Trust setzen, positionieren sich besser, um sich den ständig wandelnden Herausforderungen der heutigen komplexen Bedrohungslandschaft erfolgreich zu stellen.

Sie haben Fragen, wie Sie Zero Trust mit Konfuzio kombinieren und die Sicherheit im Rahmen der Dokumentenverarbeitung in Ihrem Unternehmens auf ein höheres Level heben und gleichzeitig die Effizienz erhöhen können? Melden Sie sich bei uns  und unsere Experten helfen Ihnen dabei in einer kostenlosen Erstberatung.








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